Bruichladdich Peat oder die Geschmacksreisen des Dr. Torf
Zunächst möchte ich mich vor dem Review des Bruichladdich Peat kurz vorstellen: Ich bin der zweite Admin des MEWhisky-Blogs und bin bisher eher im Hintergrund in Erscheinung getreten. Da mein geschätzter Partner Düsseltaler weniger an den torfigen Gewässern interessiert ist, fällt mir heute die Ehre zu, mein erstes, eigenes Geschreibsel unter die Leute zu bringen. Ich bin 37 Jahre jung, stamme gebürtig aus Düsseldorf und wohne nun im beschaulichen Glehn bei Korschenbroich.
Der Peat kam über eine Probe des Onlinehauses McWhisky an meine Geschmacksknospen, wofür ich mich zunächst bedanken möchte. ( Die anderen Reviews zu den restlichen Proben von McWhisky findet Ihr hier: Old Pulteney 12yo, Glencadam 10yo, Littlemill 12yo, The Arran Malt 10yo )
Kommen wir nun also zum heutigen Thema des Eintrages, dem Bruichladdich Peat. Die Brennerei Bruichladdich sollte den meisten Whiskyfreunden eigentlich bekannt sein, aber ich erlaube mir trotzdem einige Zeilen zu erwähnen: Das Stammhaus steht auf dem wunderschönen Inselchen Islay und wurde im Jahre 1881 gegründet. Der Name Bruichladdich, wer könnte es erahnen, stammt aus dem Gälischen und bedeutet übersetzt soviel wie flache, abfallende Küste. Die Wasserquelle für den Whisky aus dem Hause Bruichladdich entspringt aus der nahegelegenen Octomore Farm.
Bruichladdich Peat 46 %
Nase: Toffee, abgelöst von Gewürzsalz (Schinkencracker), leichter Torf
Geschmack: Abermals Toffee, Vanille, Früchte, Torfrauch
Abgang: Torfig und langanhaltend
Fazit: Der Bruichladdich Peat hat mich wirklich überrascht. Er gilt als einer der torfigsten Whiskys überhaupt, was ich nach meiner Probe nicht bestätigen würde. Der Peat ist eher äußerst komplex geraten und dabei wunderbar ausgewogen. Beim ersten Schluck muss man etwas warten, denn der Geschmack entfaltet sich langsam in den Wellen geschmacksneutral, fruchtig und dann Torf. Der Abgang ist wirklich lang und der außergewöhnliche Geschmack bleibt einem nahezu bis zum abendlichen Zähneputzen erhalten. Für einen Malt unter 40,00 Euro ist der Peat erstaunlich vielschichtig und sollte gerade wegen seiner bevorstehenden Einstellung in jeder guten Sammlung stehen. Die Brennerei möchte eine klarere Linie zwischen den ebenfalls produzierten und stark torfigen Abfüllungen: Octomore und Port Charlotte gegenüber den, in der Regel eher weniger getorften Abfüllungen von Bruichladdich. Darum soll der Bruichladdich Peat also nicht mehr Abgefüllt werden. Das bedeutet, dass man schnell, aber beherzt zugreifen sollte!
In der Gesamtnote bekommt der Bruichladdich Peat von mir 4 Punkte.
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