Archiv für April, 2012

Review 20_Bruichladdich Peat, 46%

Veröffentlicht in Bruichladdich, OA, reviews am April 30, 2012 von duesseltaler

Bruichladdich Peat oder die Geschmacksreisen des Dr. Torf

Zunächst möchte ich mich vor dem Review des Bruichladdich Peat kurz vorstellen: Ich bin der zweite Admin des MEWhisky-Blogs und bin bisher eher im Hintergrund in Erscheinung getreten. Da mein geschätzter Partner Düsseltaler weniger an den torfigen Gewässern interessiert ist, fällt mir heute die Ehre zu, mein erstes, eigenes Geschreibsel unter die Leute zu bringen. Ich bin 37 Jahre jung, stamme gebürtig aus Düsseldorf und wohne nun im beschaulichen Glehn bei Korschenbroich.

Der Peat kam über eine Probe des Onlinehauses McWhisky an meine Geschmacksknospen, wofür ich mich zunächst bedanken möchte. ( Die anderen Reviews zu den restlichen Proben von McWhisky findet Ihr hier: Old Pulteney 12yo, Glencadam 10yo, Littlemill 12yo, The Arran Malt 10yo )

Kommen wir nun also zum heutigen Thema des Eintrages, dem Bruichladdich Peat. Die Brennerei Bruichladdich sollte den meisten Whiskyfreunden eigentlich bekannt sein, aber ich erlaube mir trotzdem einige Zeilen zu erwähnen: Das Stammhaus steht auf dem wunderschönen Inselchen Islay und wurde im Jahre 1881 gegründet. Der Name Bruichladdich, wer könnte es erahnen, stammt aus dem Gälischen und bedeutet übersetzt soviel wie flache, abfallende Küste. Die Wasserquelle für den Whisky aus dem Hause Bruichladdich entspringt aus der nahegelegenen Octomore Farm.

Bruichladdich Peat 46 %

Nase: Toffee, abgelöst von Gewürzsalz (Schinkencracker), leichter Torf

Geschmack: Abermals Toffee, Vanille, Früchte, Torfrauch

Abgang: Torfig und langanhaltend

Fazit: Der Bruichladdich Peat hat mich wirklich überrascht. Er gilt als einer der torfigsten Whiskys überhaupt, was ich nach meiner Probe nicht bestätigen würde. Der Peat ist eher äußerst komplex geraten und dabei wunderbar ausgewogen. Beim ersten Schluck muss man etwas warten, denn der Geschmack entfaltet sich langsam in den Wellen geschmacksneutral, fruchtig und dann Torf. Der Abgang ist wirklich lang und der außergewöhnliche Geschmack bleibt einem nahezu bis zum abendlichen Zähneputzen erhalten. Für einen Malt unter 40,00 Euro ist der Peat erstaunlich vielschichtig und sollte gerade wegen seiner bevorstehenden Einstellung in jeder guten Sammlung stehen. Die Brennerei möchte eine klarere Linie zwischen den ebenfalls produzierten und stark torfigen Abfüllungen: Octomore und Port Charlotte gegenüber den, in der Regel eher weniger getorften Abfüllungen von Bruichladdich. Darum soll der Bruichladdich Peat also nicht mehr Abgefüllt werden. Das bedeutet, dass man schnell, aber beherzt zugreifen sollte!
In der Gesamtnote bekommt der Bruichladdich Peat von mir 4 Punkte.

Zahlenspiele

Veröffentlicht in sonstiges mit den Tags , am April 26, 2012 von duesseltaler

Neulich las ich bei Johnnie Walker folgenden Satz:

” Did you know, over five bottles of Johnnie Walker are consumed every second, worldwide? Like this if you’re doing your part. “

Ich mag hier nun nicht darüber diskutieren, ob Johnny Walker diese Mengen Wert ist oder nicht.
Auch nicht, ob andere Spirituosen noch größere Mengen vorweisen können (was sie wohl auch aufgrund ihres häufigeren Vorkommens in Mixgetränken täten ).
Nein! Ich mag nur gerne mal spaßeshalber diese enorme Menge genauer unter die Lupe nehmen.

Also mal durchexerziert:

5 Flaschen jede Sekunde
300 Flaschen jede Minute,
18.000 Flaschen jede Stunde
432.000 Flaschen am Tag
3.024.000 Flaschen in der Woche
157.680.000 Flaschen im Jahr

In Litern macht das – ausgehend von 0,7l Flaschen - demnach
302.400 Liter am Tag bzw. 110.376.000 Liter im Jahr

Zum Vergleich:
Wäre der komplette Rhein aus Whisky (was für eine Vorstellung!),
müsste dieser knapp über 47 Sekunden in ein überdimensioniertes Glas abfließen, um die Jahresmenge an verbrauchtem Johnny Walker zu erreichen !
Das Glas wäre 110.376 m³ groß.
Hätte unser imaginäres Glas also einen Boden von der Größe eines Fußballfeldes, müsste es immer noch 15m hoch sein, um den Jahresverbrauch auffangen zu können.
Oder anders: Gönnen wir unserem Glas nur einen 1m² großen Boden, würde es noch 110.376m in den Himmel ragen.
Das wäre bereits die Ionosphäre !
Da nimmt man doch lieber den Chiemsee.
Gut, man müsste 20 Jahre warten, aber dann wäre auch der randvoll mit uisge beatha
Man könnte das hier immer noch weiter spinnen.
Vielleicht hat ja jemand mal Lust dazu.

Bis dahin daran denken: Viel trinken ist relativ ;-)

Et Düsseltaler

Review 19_Adelphi 18 Jahre, Liddesdale, 46%

Veröffentlicht in Adelphi, Bunnahabhain, reviews, UA mit den Tags , , , , , , am April 26, 2012 von duesseltaler

Als Normalsterblicher und Familienvater sind dem Whiskykonsum, neben den vernunftbedingten Einschränkungen, auch Grenzen der Liquidität gesetzt. Man würde ja gerne die Whiskylager schröpfen und deren Eigentümer den vorzeitigen Ruhestand in einem schottischen Landhaus ermöglichen, aber da erhebt des Konjunktivs Advokat mal massiven Einspruch.
Daher bedient man sich anderer Werkzeuge um dem bigamistischen Geschmacksverhalten so viele Whisky-Bräute wie möglich zu verschaffen. Geeignetes Mittel ist hier das des “bottle share“.
An einer besonders netten Form dieser Kostenteilung, habe ich vor kurzem teilgenommen.
In einem Forum für Whiskyliebhaber wurde ein Osterwichteln ausgerufen.
Es war im Prinzip wie das bekannte Wichteln, nur mit vereinfachter Zuteilung und halt mit Whiskyproben statt Ramsch.
Ich dürfte mich über jeweils 3x5cl mir bisher unbekannter Abfüllungen freuen.

1.) Adelphi 18yo, Liddesdale

2.) Nikka from the Barrel, ohne Altersangabe

3.) Bladnoch 19 Jahre, “Vom Fass“

Alle drei werde ich hier natürlich nach und nach einstellen.
Heute geht’s auch gleich mal um den Adelphi 18yo, Liddesdale

Adelphi wurde 1826 von den Brüdern Charles und David Grey gegründet. Bis 1880 war das Unternehmen noch in Familienbesitz, bevor man es an Messrs A. Walker und Co. verkaufte.
Diese wiederum veräußerten die Brennerei 1902 dann an Destillers Company (DCL).
1907 erfolgte der Produktionsstop und in den folgenden Jahrzehnten folgte nach und nach der Abriss.
Jamie Walker, Urenkel einer der beiden Brennerei Gründer etablierte Adelphi 1993 schließlich als unabhängigen Abfüller, dessen Fässerauswahl durch keinen Geringeren getroffen wird, als den “Whisky-Papst“ Charles MacLean.
Allerdings baut Adelphi gerade wieder eine eigene Brennerei.
Die Abfüllung, um die es heute geht, ist der Liddesdale 18 Jahre.

Mmmh Liddesdale….jep wie bei so vielen unabhängigen Abfüllungen darf auch Adelphi nicht sagen, aus welcher Brennerei der Whisky stammt. Das heißeste Gerücht besagt aber Bunnahabhain !
Die erste Auflage dieser Abfüllung ist bereits fast überall vergriffen, aber Bach 2 ist schon im Anmarsch !

Nun also meine Eindrücke zum

Adelphi, Liddesdale 18yo, 46% *Nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert*

Nase: Deutlich Sherry, Holz , Andeutungen von Kaffee, sahnig

Geschmack: Süß, leicht trocken, öliges Mundgefühl, Bitterschokolade, Röstaromen

Finish: Schön lang mit trockenem Sherry und dennoch auch angenehmer Süße

Fazit: Sehr schöner Malt, Ich mag die leichten Röstaromen im Zusammenspiel mit dem Sherry.
5/5 Punkte

Review 18_The Arran Malt 10 Jahre, 46%

Veröffentlicht in OA, reviews, The Arran Malt mit den Tags , am April 19, 2012 von duesseltaler

So, dann betrete ich dank einer weiteren Probe von McWhisky mal persönliches (Geschmacks)Neuland und erlebe heute den The Arran Malt 10 Jahre. Es ist wirklich sagenhaft, wie ich mich seit drei/vier Jahren in großer Regelmäßigkeit durch die Abfüllungen schlage, der Arran mir aber noch nie ins Glas gekommen ist. Die Brennerei ist zwar noch ziemlich jung, dennoch ist mir der Arran schon des Öfteren auf den Karten der Bars begegnet. Zur Geschichte der Brennerei gibt es – wie erwähnt – , ob ihren jungen Alters noch nicht allzu viel zu erzählen.
Die Brennerei liegt auf der Isle of Arran. Der Loch na Davie dient als Wasserquelle.
Der ehemalige Geschäftsführer von Seagram, Harold J Currie, gründete Arran im Jahre 1991 und damit verkauft man den 10-jährigen, eine der Standardabfüllung, seit 2001.

The Arran Malt 10 Jahre, 46%

Nase: Getragen von Frucht und Vanille liegt mir direkt auch Würze in der Nase. Lakritz oder Zimt, vielleicht Muskat ? Für 10 Jahre erstaunlich komplex.

Geschmack: Wieder Vanille und Würze; Zitrusnoten, etwas Eiche. Auf der Zunge nicht so vielfältig wie in der Nase.

Abgang: Kurz und würzig

Fazit: Der Geschmack erfüllt nicht ganz die Erwartungen, welche die Nase geweckt hat. Dennoch ein feiner, sanfter Malt. Kann man öfter trinken. Ein weiteres Plus: Nicht gefärbt oder kühlgefiltert !
3/5 Punkte

MEwhisky auf facebook

Veröffentlicht in sonstiges mit den Tags am April 17, 2012 von duesseltaler

Nicht alles was sich im Netz, der Presse oder meinem Kopf  zum Thema Whisky finden lässt, eignet sich auch für einen ganzen Artikel im blog. Daher gibt es MEwhisky nun auch auf facebook.
Neben den links zu den Artikeln, gibt es dort dann das ein oder andere interessante (manchmal auch skurrile) Fundstück aus meinen Streifzügen durch das wwww, das WorldWideWhisk(e)yWeb “. ;-)

Hier geht´s lang

Review 17_ Littlemill 12 Jahre, 40%

Veröffentlicht in Littlemill, OA, reviews mit den Tags , , am April 16, 2012 von duesseltaler

Runde 3 im Verkosten der Proben vom McWhisky.com , dem Internetshop aus Wuppertal.
Heute geht’s in die Lowlands, wo einst die Littlemill Distillery ihren uisge-beatha brannte (In den Jahren 1875 bis 1930 auch dreifach).
Brannt(e), da sie leider 1994 endgültig geschlossen wurde. Auf diesen Umstand komme ich gleich nochmal zu sprechen.
Gegründet wurde Littlemill im Jahre 1772… keine andere schottische Brennerei kann ein älteres Gründungsdatum vorweisen.
Interessant ist die Tatsache, dass Hector Henderson, welcher auch 1846 Caol Ila gründete, die Distillery mit aufbaute.
Obwohl die Brennerei in den Lowlands lag, wurde das Wasser quasi aus den Highlands bezogen, da die verwendete Quelle der Auchentorlie Burn nun mal schon in den Highlands liegt.

Interessant ist auch, dass die Brennerei Littlemill, besser gesagt deren Eigentümer – das Glen Catrine Bonded Warehouse – , heute noch 12 jährige Abfüllungen auf den Markt bringt, obwohl die Brennerei bereits seit nun 18 Jahren geschlossen ist und wahrscheinlich nicht alle Flaschen vorab schon im Jahre 2006 abgefüllt wurden. Es kann also gut sein, dass sich in den Flaschen, trotz anderweitig lautendem Aufdruck, zumindest ein 16-jähriger verbirgt. Aussagen von Leuten, die dem 12- jährigen Littlemill aus den späteren Jahrgängen eine Geschmacksentwicklung bescheinigen, unterstreichen dies.

So oder so, der Littlemill eignet sich hervorragend, um mit dem Sammeln von Whisky zu beginnen, ohne gleich in die Vollen gehen zu müssen.
Zwar wird die Wertsteigerung überschaubar bleiben und keine Reichtümer bringen, aber mit guten 30,- € ist der Littlemill 12yo schon mal ein solider Start. Halt eine bezahlbare Abfüllung einer geschlossenen, sogar niedergebrannten und zusammengefallenen Brennerei. Schon heute ist er bei einigen Shops bereits ausgelistet.

In dem Zusammenhang mag ich auch nochmal auf den Artikel über den gesteigerten Sammlerwert des Johnnie Walker Green Label hinweisen.

Nun aber zu meinen Eindrücken vom:

Littlemill, 12 Jahre, 40%

Nase: Torf, Tropische Früchte, im Hintergrund etwas wie verbranntes Popcorn

Geschmack: Malz mit Weingummi – sprich künstliche Frucht, leider etwas dünn

Abgang: lang mit Malz und Eiche, bringt nicht viel Neues

Fazit: Der Malt ist ganz ok. Man hat das Gefühl, dass er noch Potential hat, also noch etwas Zeit im Fass braucht. Je länger ich an dem Glas gesessen habe, um so langweiliger wurde er allerdings irgendwie.
Das klingt nun alles sehr negativ…so übel ist er aber auch wieder nicht. Sagen wir mal so: In einer Bar, würde ich ihn nicht zurückgehen lassen, aber ein weiteres Glas wohl auch nicht bestellen. Dennoch hat die Flasche ihre oben beschriebenen Reize. Trotzdem gebe ich durch einen Vergleich mit anderen “3Punkte-Flaschen” hier nur 2/5 Punkte

Review 16_Glencadam, 10 Jahre, 46%

Veröffentlicht in Glencadam, OA, reviews mit den Tags , , , am April 11, 2012 von duesseltaler

Soooo *Händereiben* , dann machen wir uns mal an die 2. “Miniatur“ von McWhisky.com, den Glencadam 10 Jahre.

Was kann man über die Distillery sagen:

Glencadam heißt auf Deutsch Tal der wilden Gans.
Die Brennerei liegt in den Highlands ( Ort Brechin ), wurde im Jahre 1825 gegründet, gehört zu Angus Dundee Plc., und bezieht ihr Wasser aus dem Loch Lee.
Der Malt wurde ab 1954 hauptsächlich für die Blends von Ballantines verwendet. Inwiefern der Glencadam noch heute im Ballantines zu finden ist, kann ich nicht sagen.
Zwischen 2000 und 2003 war die Brennerei nicht aktiv, hat aber mittlerweile wieder eine ganze Range mit dem hier zu besprechenden 10-jährigen, einem 12-jährigen mit Portwein finish, einem 14-jährigen mit Oloroso Sherryfass finish, einem 15- und 21-jährigen und einer limited Edition eines 32-jährigen.

Also nun zu meinen tasting notes…

Glencadam 10 Jahre, 46%, *Ohne Farbstoff und nicht kühlgefiltert*

Nase: Frische Zitrusfrucht, Malzsüße, Eiche und Hinweise auf Vanille

Geschmack: Süßes Malz mit würziger Eiche kombiniert. Beides gegeneinander schön ausgewogen.

Abgang: Lang wieder mit Eiche und Malzsüße. Ein bisschen wie Grapefruit mit Zucker bestreut. Ein wunderbares Mundgefühl bleibt am Schluss.

Fazit: Das Fazit ist ein Statement für das, wofür dieser blog steht: Die Whisky Mitte. Ich bin kein Experte im hochgegriffenen Sinne, aber durch etliche Tastings und Investitionen in mein Hobby Nummer 1 auch kein Greenhorn mehr. Was einem schmeckt, weiß jeder für sich selbst eh am besten.
Also vielleicht ungewöhnlich, dennoch legitim gebe ich diesem günstigen, 10 Jahre jungen und nicht mit so einer Reputation wie zum Beispiel die gleichaltrigen Ardbeg und Talisker bedachten Whisky, mehr als ein Gut.
Er schmeckt mir nämlich richtig gut (!) und mit “etwas“ mehr Komplexität im Aroma und Geschmack, hätte ich wohl die volle Punktzahl gegeben.
Da,s was er aber auch so an Erlebnis gibt, mit seinen zudem optimalen 46%, ohne Kühlfilterung und Farbstoff, sind trotzdem starke 4/5 Punkte wert.

Ardbeg Galileo ???

Veröffentlicht in Neuerscheinungen, sonstiges mit den Tags , , , , am April 11, 2012 von duesseltaler

Die Brennerei Ardbeg von der Insel Islay ist bekannt für ihren guten Whisky. Allerdings ist sie auch genauso berüchtigt für ihre große Marketing Maschine.
Sobald ein neuer Tropfen kreiert wurde, wird dieser promoted bis zum geht nicht mehr.
Ob zum Beispiel die extrem ausgekohlten Innenwände der Fässer, in denen dann der Ardbeg Aligator reifte und welche namensgebend für die Abfüllung sind, eher dem Geschmack dienen oder der Marketingabteilung sei dahingestellt und soll jeder für sich selbst beurteilen.
Schaut man sich allerdings die “on/off“-Verfügbarkeit des Aligator und dessen Preisentwicklung an, so hat man schon schnell das Gefühl hier mit künstlichen Verknappungen und gezielt geschaffenen Sammlerwerten die Wertschöpfung zu erhöhen.
Der am 2. Juni stattfindende Ardbeg-day inkl. der Islay-Lympics im Rahmen der Feis Ile, der Islay Festtage,  ist ebenfalls so ein…Spötter würden sagen Marketing Gag.

Nun aber geht’s in ganz andere Bahnen und das im wahrsten Sinne des Wortes.
2011 nahmen Astronauten der Nasa Komponenten eines Ardbeg New Make Spirtits und angekohlte Eiche für ein Reifungs-Experiment mit zur Raumstation ISS  (Hier geht´s zur Nachricht auf der Ardbeg-Homepage ).
Klar, dass so eine Geschichte nicht nur Gesprächsthema am Kaffeautomaten bei Mission Control ist. ;-)

Passend hierzu taucht nun bei facebook folgendes Bild auf :

Quelle: Facebook "Scotch Malt Whisky Collector"

Quelle: Facebook "Scotch Malt Whisky Collector"

“Nachtigal ick hör Dir trapsen“….Was meint ihr: Vielleicht das 2012er Feis Ile Bottling oder doch ein fake ?
The Whisky Collector lässt auf facebook nichts Näheres zu dem Bild wissen, so wie es aussieht aufgrund von eigener Ahnungslosigkeit.

Review 15_Jim Beam Honey, 35%, Whisky Likör

Veröffentlicht in Jim Beam, Neuerscheinungen, OA mit den Tags , , am April 10, 2012 von duesseltaler

Versprochen ist versprochen.

In diesem Sinne halte ich nun Wort und werde meinen (Bourbon-)Senf zur neuesten “limited Edition” aus dem Hause Jim Beam, dem Jim Beam Honey abgeben.
Zum Thema aromatisierte Whiskys hatte im blog alles hier seinen Ausgangspunkt. Es handelt sich freilich beim J.B. Honey mit seinen 35% Alkoholgehalt nicht um einen Whisky, sondern um einen Likör.
Jim Beam kennt sicherlich jeder, auch Nicht- Whisky-Enthusiasten. Vorrangig als Zutat diverser Mixgetränke verwendet, ist dieser Bourbon wohl neben Jack Daniels Tennessee Whiskey und dem Johnny Walker Red Label der häufigste Gast in den Regalen unserer Supermärkte.
Ein paar Randdaten seien hier dennoch kurz niedergeschrieben:

Quelle wikipedia:

Seit 1795 wird diese Whiskysorte in der Jim-Beam-Destillerie in Clermont, Kentucky, hergestellt. Begründer der Destillerie war der am 9. Februar 1760 geborene deutschstämmige Johannes Jakob Böhm, der sich später in Jacob Beam umbenannte. Der von ihm produzierte Whisky wurde als bourbon bekannt, höchstwahrscheinlich benannt nach Bourbon County, Kentucky. Das Getränk wurde zunächst unter dem Namen Old Jake Beam aus der Destillerie Old Tub verkauft. Jacobs Sohn David (1802-1854) und sein Enkel David M. Beam (1833-1913) expandierten und verlegten den Sitz an die neugebaute Eisenbahnstrecke nach Nelson County. Der Urenkel des Gründers, Colonel James B. Beam (1864-1947), baute nach der Prohibition die Firma 1933 in Clermont, Kentucky, nahe seiner Heimatstadt Bardstown wieder auf. Weitere Firmenchefs waren T. Jeremiah Beam (1899-1977) und sein Sohn James B. Beam Booker Noe (1929-2004). Der Sohn von Booker Noe, Fred Noe (1957) setzt die Familientradition fort und leitet heute das Unternehmen.

Meine Eindrücke zum

Jim Beam Honey, 35%

Nase: Das typische Jim Beam Aroma mit Vanille, Honig und etwas Eiche.

Geschmack: Süß, definitiv süß. Allerdings ist es nicht nur Honigsüße, die einem den Speichel zusammenzieht.
Diese Geschmackskomponente, welche dem Likör den Namen gab, kommt relativ ausgewogen daher.
Eiche lässt sich ebenfalls auf den Geschmacksknospen blicken.

Abgang: lang mit – Achtung Überraschung – Honig ;-)

Fazit: Er ist besser als ich erwartet habe. Allerdings ist er schon ziemlich süß und ich werde deshalb die Flasche nicht ohne Eis als Zugabe im Glas leeren.
Aber ich bin wie gesagt positiv überrascht. Es ist kein Bourbon oder Single Malt, daher scheue ich mich ein wenig hier die Punkte zu vergeben, da ein Vergleich schwer fällt.
Ich gebe vorsichtige 3/5 Punkte. Allerdings mit “Sternchen”, denn im Vergleich zu einem “3 Punkte Malt”, sind diese “3 Likör Punkte” schwächer zu bewerten !

Et Düsseltaler

Eine Frage des “guten” Geschmacks ?

Veröffentlicht in sonstiges mit den Tags , , , , am April 8, 2012 von duesseltaler

Es ist die ständige Streitfrage ” Wie hat man seinen Whisk(e)y zu genießen? “
Pur, mit oder ohne Eis / Wasser, im Longdrink oder Cocktail ? Im ersten Moment scheint auch bei Nicht-Whiskytrinkern die Regel bekannt. Gerne droht dieser mit dem ausgelutschten running gag “guten” Whisk(e)y zu verpanschen und versucht damit den Malty aus der Reserve zu locken. Wohl meinend, daß der Whiskyliebhaber nichts mehr hasst, als Menschen die Whisky nicht pur genießen.
So ist das Mixen von gehobenem Fasswasser tatsächlich wohl die mehrheitsfähige Meinung, bezüglich der Whiskysünde Nummer 1. Doch hier fängt nach meiner Einschätzung das Problem an:
Was ist gehobener Whisk(e)y?
Sicher, gerade bei Whisky-Cola ist die Komponente Cola so dominierend, dass der ermixte Synergieeffekt genauso einseitig daherkommt, wie bei einem dreiviertel Liter Ketchup auf feinstem Rinderfilet.

Doch ab wann der Whisk(e)y zu “gut” zum Mixen ist, bleibt die Frage. Zugegebenermaßen reden wir beim Whisky-Cola aber über eine kleine Grenze, da beim 2 Komponenten Longdrink der Softdrink zu dominierend ist, als dass man hier tatsächlich einen geschmacklichen Unterschied je nach Wahl des herangezogenen Whisk(e)ys ausmachen könnte, so dass die Entscheidung, welcher Whisk(e)y noch gemixed werden kann, sich eher auf die preisgünstigen Varianten beschränkt.

Anders sieht es aber beim Cocktail aus. Dieser ist viel feiner im Aroma abzustimmen und die Wahl des Fasswassers spielt hier schon eher eine geschmacksgebende Rolle. Nun wird ein Cocktail unter Verwendung hochklassiger Whisk(e)ys auch entsprechend teuer. Ich denke am Ende wird die Kosten/Nutzen Rechnung hauptsächlich durch die finanziellen Möglichkeiten gelöst.

Wer sich einen 100$ Cocktail leisten kann, der mag sich auch selber nicht hinterfragen müssen, ob die Verwendung der 40-jährigen Malt-Perle für ihn wirklich den Unterschied macht oder ob es ein 10-jähriger nicht auch getan hätte. Den Trend auch single malts anstelle der gewohnten blends zu verwenden, unterstützte jüngst auch Glenfiddich mit seiner “Rich Oak Challenge”. Wofür man den Innovationspreis der Germany Best Whisky Awards gewann. Bei diesem Einladungs-Wettbewerb für erfolgreiche Cocktail Mixer aus dem ganzen Land sollte ein Cocktail unter Vorgabe spezieller Zutaten u.a. dem Glenfiddich Rich Oak kreiert werden.

Ich persönlich, als überzeugter Anhänger des “Drink it as you enjoy it” Kredo finde es völlig legitim und auch nachvollziehbar die Aromenvielfalt eines Single Malt auch für ausgeklügelte Mixgetränke zu verwenden. Allerdings kam mir beim Anblick des folgenden Fotos, welches auch der Auslöser für diesen Artikel gewesen ist, schon das Zähneknirschen (v.l.n.r. Macallan 25yo, Highland Park 18yo und 30yo. – wohlgemerkt, zum Mixen !).

Bleiben zum Schluss noch die Klassiker-Varianten: Pur, mit Wasser und die, vor allem in den USA beliebte Zugabe von Eiswürfeln. Letztere ist die Variante, welche ich am ehesten ablehne. Kälte verhindert die Aromenentfaltung und das durch den Aggregatszustandswechsel unkontrolliert zugegebene Wasser droht immer den Whisky zu verwässern. Wasser an sich im Whisky macht natürlich schon Sinn, vor allem bei den Fassstärken. Aber auch hier lieber in kleinen Zugaben an die gewünschte Alkoholstärke rantasten. Pur ist für mich persönlich allerdings bei den meisten Whiskys unter 50 Volumenprozent die einzige “weapon of choice”.

Es war und wird aber auch immer so sein, dass sich über Geschmack nur schlecht streiten lässt.

In diesem Sinne

Sláinte

Et Düsseltaler

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