Sternzeit 2012.07.15, persönliches Logbuch des Captain der M.E. Whisky.
Wir durchfliegen mit unserem Dramschiff gerade die unendlichen Weiten des unbekannten Sternensystems Astar und….
Nun, welch schöne Einleitung für das Review zum Glenmorangie Astar. Doch leider hat “Astar“
überhaupt nix mit Sternen oder Astronomie zu tun. Vielmehr ist es gälisch und bedeutet Reise. Gemeint ist auch keine intergalaktische Wanderung irgendwelcher extraterrestrischen Wesen, sondern der Weg des im amerikanischen Hochland (Ozark Plateau) geschlagenen Eichenholzes bis in die Schottischen Highlands. Der Glenmorangie Astar ist nämlich die Weiterentwicklung des Glenmorangie Artisan. Die Brennerei versucht hier durch Verwendung und eine besondere Verarbeitung dieses speziellen jungen und dennoch langsam gewachsenen Holzes, dem Whisky interessante Geschmacksnoten zu verleihen. Hat doch das Holzfass bei der Reifung des Whiskys einen min. 60% Einfluss auf das spätere Ergebnis.
Das Eichenholz ist besonders feinmaserig und offenporig, was den Austausch zwischen Holz und Whisky fördern soll. Bevor Glenmorangie allerdings seinen Rohwhisky einfüllt, beherbergen die Fässer erst einmal Tennessee Whisky. Auf der Flasche fehlt eine Altersangabe, aber ich habe gelesen, dass es um die 8 bis 10 Jahre Reifezeit sein sollen.
Also, alles in allem hätte hier eher eine Anspielung auf den Mann aus den Bergen gepasst, als die auf Star Trek…aber was soll´s, sind wir doch schon mitten im Review angelangt.
Also beam me up Scotch…ich meine Scotty !
Glenmorangie Astar, 57,1%
Nase (ohne Wasser): Honig, sanft und cremig. Vanillepudding.
Nase (mit Wasser): Ein wenig herber, grasiger.
Geschmack (mit Wasser): Weich im Mund, wieder cremig. Birne, Malz, leichte Eiche. Honig, aber auch Orangenschale oder Blutorange, also schon fruchtig, allerdings mit einer gewissen Bitterkeit.
Abgang (mit Wasser): Mittellang. zartbittere Vanille. Schönes Mundgefühl
Fazit: Ich muss mich immer erst etwas rankämpfen, wenn mir ein Whisky mit “Ex-Bourbon Fass only” Reifung vorliegt. Zu sehr stehe ich auf den Einfluss von Sherry (am besten mit etwas Rauch). Aber der Astar hat von Beginn an eine schöne Nase und erinnert mich an den Auchentoshan Valinch, dessen Aroma ich ebenfalls sehr mag. Beim Geschmack war es Liebe auf den zweiten Blick. Das hängt einerseits an meiner Affinität zu im Sherryfass nachgereiften oder gereiften Whiskys, aber auch an der Komplexität des Glenmorangie Astar. Es gibt viel zu entdecken und am Ende ist es echt schade, dass die kleine Probe nicht länger durchgehalten hat.
Ja und wenn ein Whisky so eine Reaktion hervorruft, dann gibt es halt auch 4/5 Punkten.
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