Als ich im Dezember auf der Suche nach einem Zimmer für die Zeit der Messe in Limburg mehr Absagen bekam, als das ZDF bei der Suche nach einem neuen Moderator von “Wetten Dass ?”, da ahnte ich schon, was dieses Symposion der Whisky-Hedonisten für einen Stellenwert innerhalb der Branche/Szene hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Zimmer, welches wir im wenige Kilometer entfernten Diez ergattern konnten, wies am Ende größere Qualitäten auf, als die Lösung des ZDF.
Aber das soll mal nicht meine Sache sein, daher zurück zur Messe.
Diejenigen, die bereits seit längerem die Fasswasser-Schau in Hessen kennen, schlagen sich nun freudig auf den Schenkel und wundern sich im besten Falle über meine Naivität, was die veranstaltungsortsnahe Herbergssuche angeht. Limburg zählt bei nicht wenigen zu den beliebtesten Messen rund ums Uisge Beatha. Und das nicht nur wegen der Aussteller, sondern vielmehr wegen der Leute, die sich alljährlich dort versammeln.
Also auf ins Getümmel und der Leidenschaft ein Ventil bieten.
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Wenigstens nicht anstehen müssen.
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Das Interesse ist riesig
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Viehtrieb ?!
Na zumindest voll ;-)
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Auf der Empore mal die Füße entspannen.
Um ehrlich zu sein, steh ich nicht auf Menschenansammlungen. Ich habe sie so gern wie eine Dichterlesung mit Oliver Kahn. Unter den klaustrophobischen Eindrücken der letzten Interwhisky, hoffte ich nun auf etwas mehr Freiraum und Bewegungsfreiheit. Doch im ersten Moment wurde ich enttäuscht. Am Samstag Mittag gab es zwar keine größere Schlange, an die man sich hätte anstellen müssen, drinnen hatte es doch aber schon wieder ein wenig den Charme eines Viehtriebs. Nun gut, ganz so schlimm war es nicht (oder doch?), aber oft genug musste sich die Standwahl der Möglichkeit, diesen zu erreichen oder zumindest in Ruhe anzusehen, unterordnen. Angenehm war die Möglichkeit sich auf die Empore zurückzuziehen und sich das Treiben von oben zu betrachten und die Füße zu entlasten. Gegen Nachmittag lockerte sich das Gedränge dann allerdings auch immer mehr auf, so dass ich nun endlich zum Whisky kommen möchte.
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Wer zu spät kommt…
…trifft Charles Maclean nur von hinten :-(
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Sehr tolles Fasswasser, aber so teuer.
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Reiche Auslage allerorten.
Die meisten Brennereien waren vertreten. Zwar weniger durch eigene Stände, aber doch durch unabhängige Abfüller, Händler, Sammler und Bars.
Da wir weder zu einem der angebotenen Tastings eingetragen waren, noch einen vorgefassten Plan hatten, ließen wir uns treiben und verschafften uns erstmal einen Überblick. Doch wo das Glas leer, da schlecht zu sondieren und darum: “Alle Maschinen Stop” und bei Alba Import angelegt. Auf der Interwhisky haben wir bei deren Tasting u.a. den Ben Nevis 21yo von The Maltman kredenzt bekommen – der war bekanntermaßen nicht von schlechten Eltern und Grund genug, um auch hier nun wieder den aktiven Teil des Tages einzuleiten. Zu unserer Schande ging uns der Name der dort getrunkenen neuen Maltman Abfüllung abhanden. Lag aber auch irgendwie daran, dass sie bei uns nicht wirklich ankam. Besser angekommen ist hingegen der MacDuff 28yo, den ich dort mit Vergnügen genoss. Schöne Sherry und Fruchtaromen mit Kräuternoten…ja so dürfte es weiter gehen.
Und es ging so schön weiter. Die Chronologie vernachlässigend, werde ich gleich frei heraus ein Patchwork des guten Geschmacks ausbreiten. Vorab möchte ich aber noch schnell den Aufreger des Tages erzählen.( Gerne könnt ihr in den comments später eine gegenteilige Meinung kundtun, aber ich hatte auf der Messe deswegen kurzzeitig Puls.)
Was ich bei aller Liebe zur Whisky Fachsimpelei nicht mag ist, wenn Menschen meinen, im Besitz des “Großen-Buch-der-Whisky-Wahrheiten“ zu sein.
Es begab sich also an jenem Tag, dass wir am Stand der Französischen Brennerei Glann Ar Mor standen, wo sie unter anderem ihren getorften Kornog in Fassstärke feilboten. Meine Torfschnauze von Freund wollte dem Bretonen eine Chance geben und kaufte sich einen Dram. Und nun ging´s los: Der Tropfen hatte so was um die 57,8 % und ein Krug mit Wasser stand schließlich auch auf dem Tisch. Als nun der Griff zum Wasser folgte, kam als erstes von der Dame hinter dem Stand ein entsetztes: “Non, Non, Non!” Ein anwesender Messebesucher ergänzte zumindest noch freundlich: “Ne das braucht der nicht”. Die Dame allerdings hielt sich daran fest und zischte süffisant und kopfschüttelnd noch ein “Water in cask strength ?!“ hinterher.
Nachdem mein Kollege aber auch nach der “straighten“ Verkostung einen Schuss Wasser für angemessen hielt und demnach auch agierte, wurde fröhlich auf Französisch mit eben besagtem Kunden über diese Unsitte getratscht – entweder durch Amnesie oder Ignoranz völlig ausblendend, dass wir ja noch daneben standen.
Mein liebes Fräulein: Über die Qualität Ihres Whiskys werden wir uns hier nicht äußern, um dem Vorwurf der fehlenden Objektivität ob dieses Vorfalls zu entgehen, aber wir meinen bei der Art und Weise, sowie in der Sache ist das alles: Totalement faux !
Aber egal…schnell vergessen war diese Episode doch aufgrund der vielen netten und interessanten Gespräche, die wir begleitet von leckerem Gerstenbrand ansonsten führten. Weitere Wolken am Uisge Beatha Himmel gab es zudem nicht. Außer vielleicht die erneute Feststellung, dass Port Ellen mittlerweile zu Preisen gehandelt wird, die fernab dessen liegen, was ich mir so in der Regel leisten kann. Wir möchten hier nicht jeden unserer Messeschritte schnitzeljagdartig dokumentieren, daher kommen unsere restlichen Drams nun frei von der Leber weg (darf man diese Floskel in einem Blogbeitrag über eine Spirituosenmesse eigentlich verwenden ?
)

Tomatin Decades – Ein schön leichter und sanfter Malt (wie man uns sagte, ganz nach dem Charakter seines Kreateurs Douglas Campbell).

old ballantruan
Old Ballantruan 10yo – Torfrauch, aber nicht beißend. Eher sanft und cremig.

Dalwhinnie 25yo
Dalwhinnie 25yo – Schöne Honig/Vanille Noten mit pfeffriger Zwischennote. Ich fand ihn durchaus lecker, aber ist jetzt nichts, was mich um den Schlaf bringt.

Lagavulin 16yo DE
Lagavulin Distillers Edition – Für meinen “brother in drams” war dieser Malt nicht so der Hit. Das Sherryfass setzt sich nicht deutlich genug durch, um ihn zu überzeugen.

BenRiach 25yo
BenRiach 25yo – Oh, der gefällt mir! Honig und Gewürzkompott, Eichennoten und Sherry. Witzig: In der Nase roch er manchmal wie eine frisch geöffnete “Haribo Colorado“ Tüte.

unleash the Beast mit the Peat´s Beast
Peat´s Beast – In der Nase: Mehr “Bonfire than Peat”, aber zusätzlich auch süße Frucht. Im Mund: Torf mit würziger Süße.

Balvenie Tun 1401
Balvenie Tun 1401 – Wer ihn kennt, weiß was für ein toller Dram das ist. Hätte stundenlang daran riechen können. Zu aufregend, um ihn hier nur eben abreißen zu wollen. Na mal sehen, vielleicht bekomme ich nochmal eine Probe und kann ein ausführlicheres Review einstellen.

Torf, Torf, Torf
Smokehead Extra Black 18yo
Smokehead Extra Black 18yo – Torf as Torf can! Der Fasscharakter lässt sich zwischendurch immer mal blicken, doch der Torfrauch ist schon sehr dominant.

Laphroaig 14yo aus dem Sherrydass (Messeabfüllung) - Der Einfluss des Sherryfass ist schon spürbar, dennoch klar ein Laphroaig. Das bedeutet auch: Man liebt ihn oder man hasst ihn. Nun gut, bei uns ist es eher: Man mag ihn oder mag ihn eher weniger.
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Clynelish 23 yo von Adelphi
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Longmorn 27yo von Adelphi.
Longmorn 1985, 27yo und Clynelish 1989, 23yo von Adelphi. – Beides sehr schöne Whiskys, wobei ich wieder besonders gefallen am Longmorn gefunden habe.
Das hatte ich auch schon am Vorgänger Longmorn, den ich auf der Aquavitae 2012 beim Tasting mit Charles Maclean getrunken habe. Ich muss mir langsam mal eine Flasche zulegen. Sehr toll balancierte Zitrusfrucht, Vanille und süße Würze. War mein vorletzter des Tages und in meinem Mund herrschte der ganze Geschmackswust des Tages und dennoch….toll.

In der Mitte: Black Corbie
Black Corbie - Der letzte Dram des Tages, daher sind Feinheiten schwer auszumachen. Allerdings bleibt der Eindruck eines leckeren, nicht allzu erschlagenden Rauches.

Glenlivet 1972, 40yo, mit Rumfassfinish von Alambic Classique – Interessant, wirklich interessant. Der Rum drückt dem ganzen noch einen speziellen Stempel auf !

Karuizawa Multi Vintage
Karuizawa Multi Vintage - Für mich der beste Whisky des Tages und mein persönliches Highlight.
Mit großer Überraschung habe ich jetzt erst festgestellt, dass der Multi Vintage auch 59,1% hat. Merkt man nicht (im Gegenteil). Diese Balance zwischen Sherry- und Röstaromen kamen, sahen und siegten. Ein Traum !!!
Fazit: Limburg war ne Reise wert und wird es auch in Zukunft sein. Soll heißen: Wir freuen uns auf nächstes Jahr !
Es herrscht eine schöne Atmosphäre; Es gibt guten Whisky und interessante Gespräche mit netten Leuten. Mehr kann man nicht verlangen. Außer vielleicht etwas mehr Platz, um sich etwas entspannter dem Ganzen widmen zu können. Ja, das wäre dann quasi das Wasser in unserer Fassstärke
Im Anhang noch ein paar neue und alte Impressionen und Bilder zu den getrunkenen Fasswassern.
Bis dahin
Et Düsseltaler
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MacDuff 28yo
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Viehtrieb ?!
Na zumindest voll ;-)
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Das Interesse ist riesig
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Auf der Empore mal die Füße entspannen.
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Karuizawa Multi Vintage
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Schön sieht es ja aus
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Ich kann so etwas nicht ;-)
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Günstiger kommt man sonst nie an einen Port Ellen ;-)
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Reiche Auslage allerorten.
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Sehr tolles Fasswasser, aber so teuer.
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Wer zu spät kommt…
…trifft Charles Maclean nur von hinten :-(
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Longmorn 27yo von Adelphi.
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Wenigstens nicht anstehen müssen.
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Clynelish 23 yo von Adelphi
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Balvenie Tun 1401
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BenRiach 25yo
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In der Mitte: Black Corbie
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Dalwhinnie 25yo
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Lagavulin 16yo DE
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old ballantruan
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unleash the Beast mit the Peat´s Beast
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Torf, Torf, Torf
Smokehead Extra Black 18yo