Die Brennerei Tamdhu ( gälisch für “kleiner dunkler Hügel“ ) von 1897 liegt in der Speyside und gehört wie Highland Park zur The Edrington Group. Ihr Jahresvolumen an produziertem Rohwhisky liegt bei ca. 4 Millionen Liter. Als Wasserquelle dient die Tamdhu Springs…das heißt, diente die Tamdhu Springs, da die Brennerei, wie auch zwischenzeitlich von 1927 bis 1947, seit 2010 wieder stillgelegt ist.
Zwar gibt es auch ein paar Single Malts von Tamdhu, aber hautsächlich findet der Whisky Verwendung bei den Blendern von The Famous Grouse, Cutty Sark und J&B.
Heute fand allerdings eine Probe Tamdhu von einem unabhängigen Abfüller aus Paderborn namens Malts of Scotland den Weg in mein Glas. Gereift ist dieser Whisky, destilliert im Jahr 1990, im Sherryfass. Kurz zur Erklärung: Unabhängige Abfüller kaufen Fässer aus den Lagerbeständen der Brennerei und machen dann hinsichtlich Reifungsart und Reifungszeit, was sie wollen.Wie viel Mitsprachrecht ein Abfüller bei der Auswahl der Fässer innerhalb der Brennerei hat, hängt von dessen Ruf und Einfluss ab.
Nun aber zum
Tamdhu 1990 – Malts of Scotand
Nase: Im ersten Moment Politur, was aber wohl eher den fast 50% Alkoholgehalt geschuldet ist. Später dann Sherry. Allerdings nicht so dunkel fruchtig, sondern eher Tropenfrüchte. Mir kommt Honigmelone in den Sinn.
Geschmack: Die Tropenfrucht bleibt und wird im Eindruck verstärkt. Irgendwie Tutti Frutti. Süße und Trockenheit, halten sich die Waage. Etwas Schärfe und Würze kommt dazu.
Abgang: Mittellang bis lang. Am Ende hält die Eiche ein Plädoyer für die 21 Jahre Reifezeit.
Alles in allem nicht schlecht, ich hatte schon schlechtere Tamdhus, aber in meiner persönlichen Wertung reicht es nur zu 3/5 Punkten.
