Tach zusammen,
bevor ich hier demnächst öfter mal über mein liebstes Hobby poste, will ich eröffnend schnell noch ein paar Zeilen über mich schreiben:
Mein Name ist Frank, ich bin 35 Jahre alt und seit ca. 3 Jahren “Whisky-addict“ ( auf eine gesunde Arte und Weise
). Zum Whisky kam ich durch einen Kunden (auch wenn ich beruflich nichts mit Whisky o.ä. zu tun habe). Zumindest für diesen ersten Kontakt zum “Fasswasser“ bin ich ihm sehr dankbar.
“Whisky is the answer…
…but I can’t remember the question.”
Dieser Spruch (wohl eher auf die hochprozentigen Attribute des Getränkes gemünzt) beschreibt bei anderer Auslegung perfekt mein Verhältnis zum Whisky.
Bis vor wenigen Jahren war Whisky für mich das Zeug, welches sich die Cowboys nach dem Viehtrieb hinter die, von der Präriesonne gegerbte Binde geschüttet haben und was heutzutage noch ab und zu seinen Weg in den ein oder anderen Longdrink / Cocktail findet. Ansonsten war dieses Brennerzeugnis allerdings “pur” maximal etwas, um Haare auf der Brust oder einen schnellen Rausch zu bekommen.
Später dann, als mein Interesse für den Whisky stieg, musste ich entdecken, dass neben dieser (falschen) sehr ursprünglichen Einschätzung von Whisky auch genügend Liebhaber existieren, die anstatt des Viehs gerne viele Adjektive vor sich hertreiben. Und zwar,um das zu beschreiben, was da gerade im Glas vor ihnen steht. Sicher, es gibt einige sensorisch gesegnete Menschen, die es schaffen ALLE Geschmäcker und Aromastoffe aus einem Whisky zu filtern, aber für die meisten Sterblichen wird sich diese Welt der “Crème brûlée- Geröstete Mandel- Marmeladen- Kokos- Vanillepudding- Gewürzmischung- Mango- Lakritzdüfte und Geschmäcker” schwer erschließen. Nicht, dass man nicht auch gerade mit zunehmender Erfahrung einzelne der genannten Aromen erschnüffeln oder Geschmäcker erkennen kann…doch an Masse und Präzision wird man an die großen Masterblender selten rankommen.
Waaaas aber nicht heißt, dass die ungeübte(re) Nase/Zunge keinen Spaß am Whisky haben kann. Auch “Otto Normal Malty” wird mit wahrscheinlich 3-5 Aromen bzw. Geschmacksnuancen genügend Unterschiede in den einzelnen Abfüllungen entdecken, um sich voll und ganz der unglaublichen Vielfalt, welche der Markt bietet, hingeben zu können. Oder wie Gerry Tosh (Global Marketing Manager von Highland Park ) sagt: “How you describe the flavours in whisky, wine, chocolate, coffee and all the rest is entirely personal. Please don’t get led down a garden path by somebody who says: ‘I can smell – you know – winter berries, picked on a wednesday, by left handed people !’ “.
Mein Tipp für Einsteiger wäre: Lest Euch ein wenig ein, sucht Euch eine Flasche, deren “tasting notes” Eurem Gusto entsprechen, kauft die Pulle und vergesst die “tasting notes” vor dem ersten Schluck wieder. Bewertet die Flasche möglichst völlig unbeeinflusst, baut diese Bewertung in Euren nächsten Kaufentscheid mit ein, probiert also was Ähnliches oder gänzlich Anderes und erfahrt so nach und nach was Euch gefällt.
Meine erste, wenn man so will selbst gekaufte Flasche Whisky, war ein zwölf Jahre alter Macallan aus dem Sherryfass, gefolgt von einem Ardbeg Ten und Talisker 10 Jahre. Drei Flaschen, die jeweils für drei ganz eigene Geschmacksrichtungen stehen. So nach und nach ergab sich dann durch Herumprobieren eine Richtung, die ich als die liebste bezeichnen kann…d.h. konnte…denn das was vor 3 Jahren noch absolut erste Wahl gewesen wäre, ist heute noch gut, aber nicht mehr die Flasche, nach der ich als erstes in einer Bar suchen würde.
Das ist ja das schöne am Whisky: Es gibt so unglaublich viele Abfüllungen mit diversen Finishes und Jahrgängen…man kann entdecken, bewerten, verwerfen und wieder neu entdecken. Und damit wären wir halt wieder beim Anfang: “Ich weiß halt nicht mehr genau wonach Du gefragt / gesucht hast, aber es gibt mit Sicherheit einen Whisky, der das beantworten bzw. bieten kann.“
In diesem Sinne:
Zum Wohlsein, Slàinte Mhath, Prost