Archiv für rauch

Review 27_ Ardbeg Uigeadail, 54,2 %

Veröffentlicht in Ardbeg, OA, reviews mit den Tags , , , am Juni 18, 2012 von duesseltaler

Dieses war der erste Streich und der zweite folgt zugleich. Fand ich also in dem Ardbeg Ten meinen ersten Zugang zum Torfrauch, so stand schnell der Ardbeg Uigeadail auf meiner Wunschliste. Diesmal bin ich mir auch sicher, dass neben dem guten Eindruck, den der Ardbeg Ten hinterlassen hatte, ein Video von ralfy mich dazu inspirierte.
Nun, wie das aber nun mal so ist: Ein Lieferengpass hier, ein Spontankauf dort, meine Ungeduld dazu und z a c k…dauerte es dann doch noch ganze 2 1/2 Jahre, bis ich schließlich einen Uigeadail aus dem Regal nahm. Diese Wartezeit ließ meine Erwartungen aber keineswegs sinken. Habe ich doch bisher nur Gutes über den zu 10% aus in Sherry Fässern gereiften Ardbeg vernommen.

Bevor ich also verrate, ob ich enttäuscht oder bestätigt wurde, hier die versprochenen und gewohnten Kurzinfos zur Brennerei (quelle: Wikipedia).

Die Ursprünge der Brennerei reichen bis in das Jahr 1794 zurück. Zu dieser Zeit wurde Ardbeg von Schwarzbrennern und Schmugglern betrieben, bis diese die Produktion in der Illegalität nach einer Razzia der Zollfahndung aufgeben mussten. Die legale Brennerei wurde, wahrscheinlich im Jahre 1815, von John McDougall unter dem Namen Ardbeg, von schottisch-gälischard bheag – kleine Anhöhe) gegründet. Seit 1817 ist der Betrieb dokumentiert und war bis 1959 im Familienbesitz.

Foto: McWhisky.com

1977 wurde die Firma vollständig von Hiram Walker (Allied Lyons) übernommen und von Allied Distillers betrieben. Nach einer Phase der Stilllegung (ab März 1981) wurde Ardbeg dann im November 1989 wiedereröffnet, nun aber ohne die eigene Mälzerei mit drei Malzdarren. Nach einer erneuten Schließung im Juli 1996 ging Ardbeg schließlich im Februar 1997 an McDonald & Muir (Glenmorangie, Glen Moray) und befindet sich seit dem 25. Juni desselben Jahres wieder in Betrieb. Im Oktober 2004 wurde Glenmorangie plc (Nachfolger von McDonald & Muir) und somit auch Ardbeg an Moët Hennessy Louis Vuitton S. A. (LVMH) verkauft.

Anders als die meisten Destillerien, die eine Katze beherbergen, hat die Brennerei einen Destilleriehund: Shorty, einen Jack Russell Terrier.

Tasting notes:

Farbe: Sag ich selten etwas zu. Da aber Ardbeg weder färbt noch kühlfiltert, sei eben erwähnt, das der Sherry Fass Anteil, dem Uigeadail erwartungsgemäß eine etwas dunklere Farbe verleiht, gegenüber dem TEN….steht Ihm gut !

Nase (ohne Wasser): Alles was den Ardbeg Ten ausmacht ist da: Der Torfrauch, etwas Pfeffer, aber halt auch die, dem Sherry geschuldete Fruchtnote.

Nase (mit Wasser): D E F I N I T I V gewinnt der Uigeadail mit Wasser. Alles wie oben beschrieben, nur weicht die Würze etwas zurück und macht Karamell platz. Der Rauch bekommt für mich (zusätzlich zum Torf) mehr Röstaromen . Die Frucht ist nun viel stärker in der Nase. Cremige Vanille. Wie gesagt: Viel Komplexer mit etwas Wasser, als in Fassstärke genossen.

Geschmack (ohne Wasser): Zunächst mit starkem Antritt Würze und Pfeffer, aber dann durchscheinend und stärker werdend die erwartete Fruchtigkeit. Ölig im Mund, trockener werdend, mit Malz.

Geschmack (mit Wasser): Rauch, Malz, Süße. Allerdings ist der Rauch viel Vordergründiger im Mund, als in der Nase. Schade wie ich finde. Ja man schmeckt schon eine gewisse Fruchtnote, aber da habe ich mir nach dem nosing mehr versprochen.

Abgang (ohne Wasser): Lang, leicht trocken mit Sherry, und Rauch
Abgang (ohne Wasser): Immer noch Lang, nicht mehr ganz so trocken, Rauch, aber auch immer wieder Sherry durchscheinend.

Fazit: Tja…was soll ich sagen. Ich hatte hohe Erwartungen und habe immer noch Sorge, daß diese in meiner Bewertung für ein Ungleichgewicht sorgen. Nun ja…..Aber es ist wie es ist und es ist so:
* Ohne Wasser gut bis sehr gut, aber nicht mehr.
* Mit Wasser richtig schön, wobei die Nase 5/5 und der Geschmack 4/5 ist.
Am Ende gebe ich 5/5 Punkte, weil mir der Uigeadail noch etwas besser gefällt als der TEN.
Aber ich habe schon solidere 5/5 Punkte vergeben. Auch weil mir die Talsiker Distillers Edition (welche ich hier auch mal reviewen sollte) geschmacklich etwas besser gefällt.
Nichtsdestotrotz…ein sehr gelungener Tropfen von Ardbeg !

Review #8_Highland Park, 18 Jahre, 43%

Veröffentlicht in Highland Park, OA, reviews mit den Tags , , , , am Februar 27, 2012 von duesseltaler

Vor den tasting notes gebe ich hier ja normalerweise immer ein paar Fakten zur jeweiligen Brennerei. Da ich das aber beim Highland Park schon im Review zum 25-jährigen getan habe, hier mal ein paar persönliche Gedanken zu der Punktevergabe. Alle Bewertungen in allen Blogs (also auch in diesem) sind einfach immer subjektiv. Es gibt beim Geschmack nun mal nicht nur eine Wahrheit. Die Geschmacksbeschreibungen hingegen lassen ein Streben nach Allgemeingültigkeit zu, da es dort Fakten zu beschreiben gibt. Ob das Geschmeckte allerdings dann als lecker oder eher unangenehm zu bewerten ist, ist allein eine Frage des persönlichen Gusto.
Deshalb halte ich auch nichts von den Bewertungen “innerhalb einer 1-100 Skala” der großen Magazine. Ich kann mich freilich nicht mit deren Fachwissen messen, aber wie soll man bei einer ohnehin schon rein subjektiven Geschmacksbewertung den Unterschied zwischen z.B. 83/100, 85/100 oder 86/100 Punkten festmachen? Zumal höchst selten eine Punktzahl von unter 70 Punkten gegeben wird. Wozu also so ne Riesenskala ?!
Da sich zusätzlich der persönliche Geschmack über die Jahre genauso ändern kann wie leider auch teilweise die Qualität der Brennereiprodukte, sollte man die Bewertungen maximal als grobe Richtungsweisungen nehmen, denn als unumstößlichen Eintrag im “Großen Buch der Whisky Wahrheiten”. Ich lasse also gerne mit mir über die meinigen, hier niedergeschriebenen Geschmacksanalysen reden, aber streiten werde ich mich über die Punktevergabe nicht.

So, nun aber zum heute verköstigten Tropfen. Highland Park gehört in meinem persönlichen Ranking nach ganz oben. Die bisher getrunkenen 18, 21 und 25 Jahre, sind allesamt Volltreffer in mein Geschmackszentrum gewesen. Da sich Geschmäcker wie gesagt im Laufe der Zeit auch mal verändern und ich im Verhältnis zu der im Markt erhältlichen Vielfalt an Whiskys nur einen Bruchteil der Abfüllungen probieren konnte, die mich interessieren, will ich Highland Park nicht als mein Non Plus Ultra bezeichnen.
Aber zumindest die letzten Jahre ist Highland Park mein Lebensabschnittswhisky ;-)

Hier nun die tasting notes zum

Highland Park 18 Jahre, 43%

Nase: Gleich schöne Frucht, Sherry. Aber auch Rauch ist zu spüren. Allerdings perfekt abgewogen, kein Aroma erdrückt das andere. Vollmundig, etwas Holz im Hintergrund.

Geschmack: Vollmundig, der Mund wird mit Speichel überflutet. Rauch, aber bei Weitem nicht so wie bei den Torfmonstern. Die 20-25ppm (soviel hat der HP 18 Jahre circa) sind die perfekte Dosierung, um die Süße vom Sherryfass nicht zu erschlagen, sondern zu begleiten. Nussig.

Abgang: Laaang, trocken und komplex. Die Aromen verschieben, ergänzen und unterstützen sich. Ein Erlebnis im Mund.

Fazit: Man merkt….ganz mein Geschmack, aber auch für andere Genießer scheint er zu passen, was seine vielen gewonnenen awards zeigen. Er bekommt daher ohne schlechtes Gewissen von mir 5/5 Punkten.

Review #1 ( Highland Park 25 Jahre, 48,1% )

Veröffentlicht in Highland Park, OA, reviews mit den Tags , , , , , , , , , , , , am Januar 6, 2012 von duesseltaler

Magnus Eunson gründete die Destillerie im Jahre 1798. Sie sitzt in Kirkwall auf der Insel Orkney und ist im Besitz der “The Edrington Group“. Das Jahresvolumen an Whisky liegt bei ca. 2,5 Millionen Liter. Die Cattie Maggie Quellen dienen der nördlichsten Brennerei Schottlands als Wasserquellen.

Gerne bezeichnen die Verantwortlichen der Marketingabteilung den Highland Park als “Best Spirit in the World“. Als Grundlage für die Behauptung dient die Tatsache, dass das “F. Paul Pacult’s Spirit Journal“ 2005 und 2009 eben diesen Titel an die 18- jährige Abfüllung der Brennerei vergeben hat und er als erster Scotch Whisky in ihre Hall of Fame aufgenommen wurde. Hier geht es im Folgenden allerdings um einen älteren Jahrgang

Vorab ein paar Worte:

Dies ist mein erstes Review…zumindest das Erste, das ich in einem Blog veröffentliche. Wie ich in der Vorstellung meiner Person schon angerissen habe, weiß ich, dass es Menschen da draußen gibt, die mit einer sensiblen “Nase” gesegnet wurden und aus den Whiskys sämtliche Aromen holen können. Ich bin das nicht (!) und um ganz ehrlich zu sein, habe ich auf den besuchten Tastings, Messen und in meinen Freundes- und Bekanntenkreisen keinen getroffen, der was anderes von sich hätte behaupten können.

Was ich sagen möchte: Wer ausführliche, reich ausgeschmückte “tasting notes” möchte, wird mit meinen Beschreibungen nicht ausreichend bedient werden. Wer ehrlich zu sich selber ist, was seine Tasing / Nosing Fähigkeiten betrifft und dadurch meinen (natürlich auch subjektiven Eindrücken) eine Chance gibt, der wird auch mit meinen Aussagen etwas anfangen können !

Doch nun zum HIGHLAND PARK 25 JAHRE (gereift in Oloroso Sherryfässern)


Nosing: Fruchtig, leichte Pflaume, Sherry und etwas Rauch, wobei der Sherry und die Süße überwiegt. Eine super “Nase”, die einen Großes erwarten lässt.

Geschmack: Man wird nicht enttäuscht. Der Whisky ist süß, man findet wieder Sherry mit etwas Rauch und Würze. Allerdings weniger Rauch, als ich ihn beim beim 21-jährigen Highland Park habe. Ölig mit Karamell. Die 48,1% kann man verdünnen, muss man aber nicht. Ein vollmundiger, aber nicht zu starker Whisky.

Abgang: lang, leicht trocken.

Sonstiges: Nicht kühlgefiltert / ohne Farbstoff (wie immer bei HP)

Fazit: Highland Park gehört zu meinen liebsten Brennereien und wird es nach diesem Tropfen, wie erwartet auch bleiben. Der HP 25 Jahre ist erneut der Beweis dafür, dass die Jungs auf Orkney eindeutig wissen, was sie tun !

5/5 Punkten

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