Dieses war der erste Streich und der zweite folgt zugleich. Fand ich also in dem Ardbeg Ten meinen ersten Zugang zum Torfrauch, so stand schnell der Ardbeg Uigeadail auf meiner Wunschliste. Diesmal bin ich mir auch sicher, dass neben dem guten Eindruck, den der Ardbeg Ten hinterlassen hatte, ein Video von ralfy mich dazu inspirierte.
Nun, wie das aber nun mal so ist: Ein Lieferengpass hier, ein Spontankauf dort, meine Ungeduld dazu und z a c k…dauerte es dann doch noch ganze 2 1/2 Jahre, bis ich schließlich einen Uigeadail aus dem Regal nahm. Diese Wartezeit ließ meine Erwartungen aber keineswegs sinken. Habe ich doch bisher nur Gutes über den zu 10% aus in Sherry Fässern gereiften Ardbeg vernommen.
Bevor ich also verrate, ob ich enttäuscht oder bestätigt wurde, hier die versprochenen und gewohnten Kurzinfos zur Brennerei (quelle: Wikipedia).
Die Ursprünge der Brennerei reichen bis in das Jahr 1794 zurück. Zu dieser Zeit wurde Ardbeg von Schwarzbrennern und Schmugglern betrieben, bis diese die Produktion in der Illegalität nach einer Razzia der Zollfahndung aufgeben mussten. Die legale Brennerei wurde, wahrscheinlich im Jahre 1815, von John McDougall unter dem Namen Ardbeg, von schottisch-gälischard bheag – kleine Anhöhe) gegründet. Seit 1817 ist der Betrieb dokumentiert und war bis 1959 im Familienbesitz.
1977 wurde die Firma vollständig von Hiram Walker (Allied Lyons) übernommen und von Allied Distillers betrieben. Nach einer Phase der Stilllegung (ab März 1981) wurde Ardbeg dann im November 1989 wiedereröffnet, nun aber ohne die eigene Mälzerei mit drei Malzdarren. Nach einer erneuten Schließung im Juli 1996 ging Ardbeg schließlich im Februar 1997 an McDonald & Muir (Glenmorangie, Glen Moray) und befindet sich seit dem 25. Juni desselben Jahres wieder in Betrieb. Im Oktober 2004 wurde Glenmorangie plc (Nachfolger von McDonald & Muir) und somit auch Ardbeg an Moët Hennessy Louis Vuitton S. A. (LVMH) verkauft.
Anders als die meisten Destillerien, die eine Katze beherbergen, hat die Brennerei einen Destilleriehund: Shorty, einen Jack Russell Terrier.
Tasting notes:
Farbe: Sag ich selten etwas zu. Da aber Ardbeg weder färbt noch kühlfiltert, sei eben erwähnt, das der Sherry Fass Anteil, dem Uigeadail erwartungsgemäß eine etwas dunklere Farbe verleiht, gegenüber dem TEN….steht Ihm gut !
Nase (ohne Wasser): Alles was den Ardbeg Ten ausmacht ist da: Der Torfrauch, etwas Pfeffer, aber halt auch die, dem Sherry geschuldete Fruchtnote.
Nase (mit Wasser): D E F I N I T I V gewinnt der Uigeadail mit Wasser. Alles wie oben beschrieben, nur weicht die Würze etwas zurück und macht Karamell platz. Der Rauch bekommt für mich (zusätzlich zum Torf) mehr Röstaromen . Die Frucht ist nun viel stärker in der Nase. Cremige Vanille. Wie gesagt: Viel Komplexer mit etwas Wasser, als in Fassstärke genossen.
Geschmack (ohne Wasser): Zunächst mit starkem Antritt Würze und Pfeffer, aber dann durchscheinend und stärker werdend die erwartete Fruchtigkeit. Ölig im Mund, trockener werdend, mit Malz.
Geschmack (mit Wasser): Rauch, Malz, Süße. Allerdings ist der Rauch viel Vordergründiger im Mund, als in der Nase. Schade wie ich finde. Ja man schmeckt schon eine gewisse Fruchtnote, aber da habe ich mir nach dem nosing mehr versprochen.
Abgang (ohne Wasser): Lang, leicht trocken mit Sherry, und Rauch
Abgang (ohne Wasser): Immer noch Lang, nicht mehr ganz so trocken, Rauch, aber auch immer wieder Sherry durchscheinend.
Fazit: Tja…was soll ich sagen. Ich hatte hohe Erwartungen und habe immer noch Sorge, daß diese in meiner Bewertung für ein Ungleichgewicht sorgen. Nun ja…..Aber es ist wie es ist und es ist so:
* Ohne Wasser gut bis sehr gut, aber nicht mehr.
* Mit Wasser richtig schön, wobei die Nase 5/5 und der Geschmack 4/5 ist.
Am Ende gebe ich 5/5 Punkte, weil mir der Uigeadail noch etwas besser gefällt als der TEN.
Aber ich habe schon solidere 5/5 Punkte vergeben. Auch weil mir die Talsiker Distillers Edition (welche ich hier auch mal reviewen sollte) geschmacklich etwas besser gefällt.
Nichtsdestotrotz…ein sehr gelungener Tropfen von Ardbeg !
![]()


